Anthropic baut an seiner Hardware-Zukunft. Wie TechCrunch am 2. Juli berichtete, führt das Unternehmen Gespräche mit Samsung über die Fertigung eines eigenen KI-Chips. Details zu Architektur, Einsatzzweck oder Leistungsdaten gibt es noch nicht — die Verhandlungen befinden sich in einem frühen Stadium.
Warum das wichtig ist
Die Abhängigkeit von Nvidia ist für alle großen KI-Labore ein Dauerthema. Wer eigene Chips hat, kontrolliert seine Kosten besser und kann Hardware gezielt auf eigene Modelle optimieren. OpenAI hat kürzlich zusammen mit Broadcom einen eigenen Chip vorgestellt, Google setzt seit Jahren auf seine TPUs, und Amazon trainiert mit Trainium. Anthropic wäre also kein Pionier — aber ein später, strategisch wichtiger Mitspieler.
Diversifizierung statt Alleingang
Anthropic betonte gegenüber TechCrunch, dass eine diversifizierte Hardware-Strategie — mit Chips von Google, Amazon und Nvidia — auch künftig zentral bleibt. Der Samsung-Chip wäre also kein Ersatz, sondern eine Ergänzung. Das macht Sinn: Claude läuft heute auf AWS Trainium, Google TPUs und Nvidia GPUs. Jede Workload-Art bekommt den Chip, der am besten passt.
Samsung als Fertigungspartner
Dass die Wahl auf Samsung fällt, ist interessant. TSMC dominiert die Chipfertigung, aber Kapazitäten dort sind knapp und teuer. Samsung hat in den letzten Jahren massiv in seine Foundry-Sparte investiert und bietet eine Alternative — wenn auch mit Abstrichen bei der Ausbeute im Vergleich zu TSMC.
Meine Einordnung
Eigene Chips sind der logische nächste Schritt für jedes KI-Unternehmen, das Milliarden in Compute investiert. Bei Anthropic — mit einem Run-Rate-Umsatz von über 30 Milliarden Dollar und massiven Compute-Deals mit SpaceX und Google — ist die Frage nicht ob, sondern wann. Dass sie jetzt mit Samsung sprechen, zeigt: Die Planung hat begonnen. Bis ein fertiger Chip in Rechenzentren läuft, wird es aber noch dauern.
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