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Anthropic fragt 52.000 Amerikaner: Was hoffst und fürchtest du bei KI?

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Die erste Welle von Anthropics 'Public Record' ist da. Die Ergebnisse sind unbequem — gerade für eine KI-Firma, die sie selbst veröffentlicht: 64 Prozent fürchten Jobverlust, nur 15 Prozent trauen den Anbietern Selbstkontrolle zu.

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Es gibt einen Satz, der mich bei dieser Meldung hängen ließ: Eine KI-Firma veröffentlicht eine Umfrage, in der die Mehrheit der Befragten sagt, dass sie KI in ihrer eigenen Arbeit nicht haben will. Das muss man erstmal machen. Anthropic hat es gemacht — mit dem Public Record, einer großangelegten Befragung, deren erste Ergebnisse jetzt vorliegen.

Was abgefragt wurde

Befragt wurden Ende 2025 knapp 52.000 Amerikaner — keine Mini-Stichprobe, sondern eine Größenordnung, bei der auch Auswertungen pro Bundesstaat möglich werden. Anthropic will das Ganze regelmäßig wiederholen und über die USA hinaus ausweiten. Die Idee: nicht raten, was «die Öffentlichkeit» über KI denkt, sondern es messen — und offenlegen.

Die Hoffnungen

Ganz oben steht die Gesundheit. 48 Prozent hoffen, dass KI hilft, Krankheiten wie Krebs und Alzheimer zu heilen. Dahinter: Menschen mit Behinderungen unterstützen (36 Prozent) und schlicht das Leben leichter machen (23 Prozent). Das deckt sich mit dem, was ich im Bekanntenkreis höre — die großen Versprechen ziehen, vor allem die medizinischen.

Die Ängste

Hier wird es deutlich. 64 Prozent fürchten Jobverlust durch KI — und das war in jedem einzelnen Bundesstaat die häufigste Sorge. Danach: kognitive Abhängigkeit (56 Prozent, also die Angst, das eigene Denken zu verlernen) und Desinformation (52 Prozent).

Und dann der Teil, der mich am meisten zum Nachdenken bringt: Bei den meisten Tätigkeiten will eine Mehrheit gar keine KI in der eigenen Arbeit. Selbst bei den Aufgaben, die die Befragten KI am ehesten zutrauen — Recherche, Datenanalyse — sagt fast die Hälfte: Finger weg von meinem Job.

Das Misstrauen

Nur 15 Prozent trauen den KI-Firmen zu, ihre eigenen Systeme wirksam zu kontrollieren. Über 70 Prozent finden, der Staat solle bei der Regulierung eine Rolle spielen. Für eine Branche, die gerade Richtung Börse marschiert, ist das eine Hausnummer.

Meine Einordnung

Ich finde es richtig, solche Zahlen zu veröffentlichen — auch wenn sie unbequem sind. Eine Firma, die offen zeigt, dass die Leute ihr nicht trauen, handelt erstmal glaubwürdiger als eine, die nur Erfolgsgeschichten raushaut. Die Skepsis ist real, und sie wegzulächeln wäre der falsche Weg.

Gleichzeitig: Eine Umfrage ist kein Urteil über die Technik, sondern ein Stimmungsbild. Menschen fürchten oft das, was sie noch nicht im Alltag erlebt haben. Genau deshalb schreibe ich diesen Blog — nicht um Ängste zu zerstreuen, sondern um zu zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man KI wirklich nutzt. Spoiler: meistens unspektakulärer und nützlicher, als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Quellen: Anthropic: Results from first Anthropic Public Record, Decrypt: Americans Fear Job Losses Due to AI