Anthropic hat am 3. Juni zwei neue Bausteine für das Claude Partner Network vorgestellt: einen Services Track und einen Partner Hub. Klingt erst mal nach Programm-Bürokratie — steckt aber ein klares Signal drin, wie ernst Anthropic das Geschäft mit Beratern und Implementierungspartnern nimmt.
Drei Stufen, die ehrlich sind
Der Services Track ordnet Dienstleister in drei Stufen ein, und das Schöne ist: Sie messen, was eine Firma tatsächlich mit Claude gebaut und ausgeliefert hat — nicht, was sie verspricht.
Select ist der Einstieg: mindestens 10 aktive zertifizierte Personen, mindestens 2 gemeinsame Kunden in Produktion innerhalb der letzten zwölf Monate und mindestens eine öffentliche Kundengeschichte.
Preferred zieht deutlich an: mindestens 100 zertifizierte Personen, 15 ausgelieferte gemeinsame Kunden und 3 öffentliche Stories.
Global Premier ist die Königsklasse: mindestens 1.000 zertifizierte Personen, 100 ausgelieferte Kunden über drei oder mehr Regionen, 15 öffentliche Kundengeschichten und ein gemeinsamer Geschäftsplan mit namentlich benannten Sponsoren auf Vorstandsebene.
Mir gefällt, dass hier nicht der Marketing-Etat zählt, sondern nachweisbare Auslieferungen. Das macht die Stufen für Kunden lesbar.
Ein Portal, das täglich nachrechnet
Der zweite Teil ist der Claude Partner Hub — ein Portal mit zwei Blickrichtungen. Partner sehen genau, wo sie gegenüber den Anforderungen des Programms stehen. Und Kunden finden die Firmen, die für den Umfang ihres Projekts am besten qualifiziert sind. Diese Informationen werden täglich aktualisiert, nicht einmal im Quartal nachgepflegt.
Warum das mehr ist als Programmpflege
Die Zahlen dahinter zeigen, warum Anthropic hier nachschärft. Das Partner Network startete erst im März, hinterlegt mit 100 Millionen Dollar für Training, technischen Support und gemeinsames Marketing. Seitdem haben sich über 40.000 Firmen beworben und mehr als 10.000 Berater eine Claude-Zertifizierung erworben. Bei dem Andrang braucht es eine Struktur, die Spreu von Weizen trennt — sonst ertrinken die guten Partner im Rauschen.
Für mich ist das ein weiteres Indiz, dass sich der KI-Markt vom reinen Modell-Wettrennen weg und hin zur Frage bewegt: Wer hilft Unternehmen tatsächlich, das Ding produktiv zum Laufen zu bringen? Modelle sind das eine. Jemanden zu finden, der sie sauber implementiert, ist das andere — und genau dafür baut Anthropic gerade die Landkarte.
Quellen: Anthropic: Introducing the Services Track and Partner Hub, PYMNTS: Anthropic Updates Partner Program