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Anthropic baut ein eigenes Chip-Team — und will Hardware und Modelle gemeinsam entwerfen

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Anthropic stellt Ingenieure für ein 'Custom Silicon Team' ein und bestätigt: Der Claude-Macher will seinen eigenen KI-Chip bauen — im Co-Design mit den nächsten Modellen. Als Fertigungspartner ist Samsung im Gespräch.

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Lange kursierten Gerüchte, jetzt ist es offiziell: Anthropic baut ein Team, das eigene KI-Chips entwerfen soll. Ein Sprecher bestätigte am 5. August gegenüber Business Insider, dass der Claude-Macher Hardware und Modelle künftig gemeinsam entwickeln will — im sogenannten Co-Design.

Warum ein eigener Chip?

Die Idee dahinter ist simpel. Von der Stange gekaufte KI-Beschleuniger passen selten perfekt zum Modell, das darauf läuft — mal ein bisschen zu viel Speicher, mal zu wenig. Wer Chip und Software zusammen entwirft, holt genau diese Reibungsverluste raus. Und für Anthropic geht es um viel Geld: Inference — also der Dauerbetrieb der Modelle in der Produktion — ist meist der größte Infrastruktur-Kostenblock. Maßgeschneiderte Chips können hier deutlich günstiger sein als Grafikkarten von der Stange.

Bisher hat Anthropic Deals mit AWS, Google, Nvidia und AMD, um an Rechenleistung zu kommen. Aber bei der Nachfrage nach Claude reicht das offenbar nicht mehr. Also der Schritt zur eigenen Hardware.

Der spannende Teil: Claude testet die Chips

In einer Stellenanzeige sucht Anthropic Chip-Designer und — fast noch wichtiger — Verifikations-Experten. Verifikation ist die Kunst, sicherzustellen, dass ein Chip-Design auch wirklich so funktioniert wie gedacht. Und genau hier wird es rekursiv: Laut Anzeige plant Anthropic, Teile dieser Verifikation von KI erledigen zu lassen. Es sollen Simulationen entstehen, in denen Claude lernt, neue Chip-Designs zu prüfen. Claude hilft also, die Hardware zu bauen, auf der Claude später läuft.

Anthropic ist damit nicht allein. OpenAI hat im Juni seinen von Broadcom gebauten Inference-Chip «Jalapeño» vorgestellt — designt in nur neun Monaten, weil viele Schritte per KI automatisiert wurden. Google setzt seit Jahren auf eigene TPUs, Meta baut seine MTIA-Beschleuniger. Anthropics Chip dürfte, wie Jalapeño, vor allem für Inference optimiert sein.

Als möglichen Fertigungspartner nennen Berichte Samsung. Deren neue zHBM-Technik legt Speicher direkt auf die Logik-Kerne statt daneben — kürzere Wege, weniger Stromverbrauch. Für einen KI-Chip ein echter Vorteil.

Meine Einordnung

Das ist mehr als eine Personalmeldung. Wer seine eigenen Chips baut, betreibt vertikale Integration im großen Stil — und macht sich unabhängiger von Nvidia und den Cloud-Anbietern. Der eigentliche Hebel ist der Preis pro Token: Wenn Anthropic die Inference-Kosten senkt, wird günstiger, was heute noch teuer ist.

Und die Vorstellung, dass Claude beim Entwurf der nächsten Chip-Generation mithilft, fasst ganz gut zusammen, wo wir gerade stehen. Noch ist nichts fertig — es gibt ein Team, eine Stellenanzeige und einen Plan. Aber die Richtung ist klar.


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