Es ist die Art von Zahl, bei der man kurz innehalten muss: $900 Milliarden. Das ist die Bewertung, mit der Anthropic seine nächste Finanzierungsrunde abschließen will — laut mehreren Berichten noch diese Woche.
Die Zahlen
Sequoia Capital, Dragoneer, Altimeter und Greenoaks sollen die Runde gemeinsam anführen, jeder mit etwa $2 Milliarden Einsatz. Dazu kommen Peter Thiels Founders Fund und General Catalyst. Insgesamt: über $30 Milliarden frisches Kapital.
Zur Einordnung: Erst im Februar hatte Anthropic eine $30-Milliarden-Runde bei $380 Milliarden Bewertung abgeschlossen. In weniger als vier Monaten hat sich die Bewertung also mehr als verdoppelt. Damit zieht Anthropic an OpenAI vorbei — deren letzte Bewertung lag bei etwa $850 Milliarden.
Erstes profitables Quartal
Was die Bewertung untermauert: Anthropic steuert auf sein erstes profitables Quartal seit Gründung 2021 zu. Der prognostizierte Umsatz für Q2 liegt bei $10,9 Milliarden — ein Plus von 130% gegenüber $4,8 Milliarden in Q1. Der erwartete operative Gewinn: rund $559 Millionen.
Der größte Wachstumstreiber: Claude Code. Das Entwickler-Tool hat innerhalb von sechs Monaten nach Launch die Marke von $1 Milliarde annualisiertem Umsatz geknackt.
Auch die Kosteneffizienz verbessert sich drastisch: In Q1 gab Anthropic noch 71 Cent pro eingenommenem Dollar für Compute aus. In Q2 soll dieser Wert auf 56 Cent fallen.
Was das bedeutet
Die Profitabilität ist allerdings ein Momentaufnahme. Anthropic selbst erwartet, in den folgenden Quartalen wieder in die roten Zahlen zu rutschen — die massiven Investitionen in Compute (allein $1,25 Milliarden pro Monat an xAI/SpaceX für Rechenkapazität) werden das Ergebnis drücken.
Trotzdem ist das Signal klar: Das Geschäftsmodell funktioniert. Claude Code generiert echten Enterprise-Umsatz, die Kosten pro Dollar sinken, und Investoren bewerten Anthropic inzwischen höher als OpenAI. Ob das langfristig hält, wird die nächsten Quartale zeigen.
Quellen: CNBC — Anthropic $10.9B Revenue, TechCrunch — Anthropic First Profitable Quarter