Was für ein Tempo. Im März 2025 war Anthropic 61,5 Milliarden Dollar wert. Im September waren es 183 Milliarden. Im Februar 380 Milliarden. Und jetzt, Ende Mai 2026, steht die nächste Runde an — bei einer Bewertung von über 900 Milliarden Dollar.
Die Zahlen
Laut Bloomberg schließt Anthropic diese Woche eine Finanzierungsrunde über mehr als 30 Milliarden Dollar ab. Sequoia Capital, Dragoneer Investment Group, Altimeter Capital und Greenoaks Capital Partners sollen die Runde gemeinsam anführen, mit jeweils rund 2 Milliarden Dollar Einsatz.
Damit würde Anthropic erstmals OpenAI überholen. Dessen letzte Bewertung lag bei 852 Milliarden Dollar aus der März-Runde. Anthropic wäre dann das wertvollste private KI-Unternehmen der Welt.
Warum jetzt?
Die Zahlen dahinter sind beeindruckend: Anthropic erwartet im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,9 Milliarden Dollar — und zum ersten Mal überhaupt einen operativen Gewinn. Die annualisierte Run Rate soll bis Ende Juni die 50-Milliarden-Marke knacken.
Enterprise-Kunden machen mittlerweile etwa 80 Prozent des Umsatzes aus, mit über 1.000 Unternehmen, die jährlich mehr als eine Million Dollar für Claude ausgeben. Das ist kein Hype-Funding mehr — das sind echte Geschäftszahlen.
Der Kontext
Die Geschwindigkeit dieser Bewertungsentwicklung ist selbst für KI-Verhältnisse außergewöhnlich. In gut einem Jahr von 61,5 Milliarden auf über 900 Milliarden — das ist eine Vervierzehnfachung. Gleichzeitig arbeitet Anthropic Berichten zufolge an einem möglichen Börsengang, der schon im Oktober stattfinden könnte.
OpenAI hat seinerseits gerade eine vertrauliche S-1 bei der SEC eingereicht. Die beiden Unternehmen liefern sich also nicht nur ein Rennen um die beste KI, sondern auch um den besten Börsengang. Der Unterschied: Anthropic schreibt jetzt schwarze Zahlen, OpenAI verbrennt noch 1,22 Dollar für jeden Dollar Umsatz.
Es bleibt spannend — und teuer.
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