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Amodei will KI regulieren wie Flugzeuge — und Steuern auf KI-Firmen erheben

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Anthropics CEO legt ein umfassendes Regulierungsprogramm vor: FAA-artige Prüfungen für KI-Modelle, Regierungsveto bei gefährlichen Releases und Grundeinkommen finanziert durch KI-Steuern.

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Dario Amodei, CEO von Anthropic, hat am Dienstag ein zweiteiliges Policy-Papier veröffentlicht, das es in sich hat. Unter dem Titel ‘Policy on the AI Exponential’ skizziert er nichts Geringeres als einen Gesamtplan für den Umgang mit KI — von technischer Aufsicht bis zur Sozialpolitik.

Flugzeug-Logik für KI-Modelle

Der Kern des ersten Teils, dem ‘Advanced AI Framework’: Frontier-KI-Modelle sollen behandelt werden wie Flugzeuge. Verpflichtende Tests durch unabhängige Dritte, bevor ein Modell auf den Markt darf. Und wenn ein Modell die Sicherheitsstandards nicht erfüllt? Dann soll die Regierung das Recht haben, den Release zu blockieren oder rückgängig zu machen.

Das ist eine bemerkenswerte Position für den CEO eines Unternehmens, das gerade einen Börsengang vorbereitet. Amodei fordert im Grunde eine Behörde, die seinem eigenen Unternehmen Modelle verbieten könnte.

UBI finanziert durch KI-Steuern

Der zweite Teil, das ‘Economic Policy Framework’, geht noch weiter. Amodei stellt fest, dass KI zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen könnte, und schlägt ein Paket vor: Lohnversicherung, die die Differenz zahlt, wenn jemand einen schlechter bezahlten Job annehmen muss. Steuergutschriften für Arbeitgeber, die Mitarbeiter halten. Weiterbildungszuschüsse. Und falls die Verdrängung groß und dauerhaft wird — ein Grundeinkommen, finanziert durch Steuern auf KI-Unternehmen oder höhere Kapitalertragssteuern.

Warum gerade jetzt?

Der Auslöser war laut Amodei Claude Mythos Preview. Das Modell habe gezeigt, dass ein Frontier-Modell echte Bedrohungen für Finanzsysteme, kritische Infrastruktur und nationale Sicherheit darstellen kann. Das habe ihn davon überzeugt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht mehr ausreichen.

Einordnung

Man muss das im Kontext sehen: Anthropic hat gerade seine Serie-H-Runde bei 965 Milliarden Dollar Bewertung abgeschlossen und den IPO-Antrag eingereicht. Ein CEO, der gleichzeitig den Börsengang vorbereitet und nach strengerer Regulierung ruft — das ist entweder strategisch brillant oder aufrichtig besorgt. Vielleicht beides.

Die Frage ist, ob Washington zuhört. In einem Land, das sich nicht einmal auf eine einheitliche KI-Gesetzgebung einigen kann, ist ein FAA für KI ein ambitioniertes Ziel. Aber die Tatsache, dass der Vorschlag aus der Industrie kommt — und nicht von Regulierern — macht ihn zumindest schwerer zu ignorieren.

Quellen: