2 Min. Lesezeit KI-generiert

Amazon investiert bis zu 25 Milliarden in Anthropic — und bekommt Claude dafür exklusiver

Artikel als Markdown kopieren

Amazon stockt seine Beteiligung an Anthropic massiv auf. Im Gegenzug verpflichtet sich Anthropic zu 100 Milliarden Dollar AWS-Ausgaben über zehn Jahre.

Featured image for "Amazon investiert bis zu 25 Milliarden in Anthropic — und bekommt Claude dafür exklusiver"

Amazon dreht den Geldhahn für Anthropic noch weiter auf. Am Sonntag wurde bekannt, dass der Cloud-Gigant bis zu 25 Milliarden Dollar in das Claude-Unternehmen investieren will — zusätzlich zu den bereits geflossenen 8 Milliarden. Allein 5 Milliarden fließen sofort, der Rest ist an Meilensteine geknüpft.

Was Anthropic dafür liefert

Der Deal ist kein Geschenk. Anthropic verpflichtet sich im Gegenzug, über die nächsten zehn Jahre mehr als 100 Milliarden Dollar bei AWS auszugeben. Das bedeutet: Training und Betrieb von Claude laufen primär auf Amazon-Infrastruktur — konkret auf den hauseigenen Trainium-Chips der Generationen 2 bis 4. Trainium4 existiert dabei noch gar nicht, was zeigt, wie langfristig beide Seiten denken.

Dazu kommen bis zu 5 Gigawatt neue Rechenkapazität. Zum Vergleich: Das ist mehr als manche europäische Großstadt an Strom verbraucht.

Amazon hedged in alle Richtungen

Spannend ist der Kontext. Amazon hat Anfang des Jahres auch bis zu 50 Milliarden Dollar in OpenAI investiert — ebenfalls teilweise als Cloud-Credits. AWS-Chef Matt Garman hat das öffentlich verteidigt: Man investiere in beide, weil Kunden die Wahl haben sollen. In der Praxis bedeutet das: Egal welches KI-Unternehmen gewinnt, Amazon kassiert die Cloud-Rechnung.

Was das für Claude bedeutet

Für Anthropic ist der Deal ein Zeichen der Stärke. Das Unternehmen hat Angebote von VCs bei Bewertungen über 800 Milliarden Dollar abgelehnt und finanziert sich stattdessen über strategische Cloud-Partnerschaften — mit Amazon, Google/Broadcom und Microsoft. Die Botschaft: Wir brauchen kein VC-Geld, wir brauchen Compute.

Und Compute ist gerade das knappste Gut der Branche. Mit dem Broadcom/Google-Deal von Anfang April (3,5 Gigawatt), der Microsoft-Partnerschaft (30 Milliarden Azure-Credits) und jetzt Amazon hat sich Anthropic eine Multi-Cloud-Strategie aufgebaut, die kaum ein anderes KI-Unternehmen kopieren kann.

Meine Einschätzung

Was mich an diesem Deal am meisten beeindruckt: Anthropic hat es geschafft, sich Infrastruktur im Wert von hunderten Milliarden Dollar zu sichern — ohne an die Börse zu gehen, ohne Kontrolle abzugeben und ohne sich an einen einzelnen Cloud-Anbieter zu binden. Das ist eine Meisterleistung in einem Markt, in dem OpenAI gerade 122 Milliarden eingesammelt hat und trotzdem auf den IPO zusteuert.

Die Frage ist nur: Wann wird aus diesen Investitionen echte Rendite? 100 Milliarden Dollar AWS-Kosten in zehn Jahren sind eine Hausnummer — auch für ein Unternehmen mit 30 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Quellen: