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Altmans Open-Source-Mail von 2022 aufgetaucht — und sie liest sich heute anders

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Im Prozess Musk gegen Altman ist eine E-Mail aus dem Jahr 2022 aufgetaucht. Sam Altman schlug darin vor, ein kleines Modell offen zu veröffentlichen — nicht aus Idealismus, sondern um Konkurrenten das Geldeinsammeln zu erschweren.

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Manchmal sagt ein einziger alter Satz mehr über eine Firma als jede aktuelle Pressemitteilung. Simon Willison hat eine E-Mail ausgegraben, die im Prozess Musk gegen Altman ans Licht kam — geschrieben von Sam Altman an OpenAIs Vorstand am 1. Oktober 2022.

Das Zitat

«Wir hatten ausführliche Diskussionen über die Open-Source-Strategie. Wir werden es beim nächsten Vorstandstreffen weiter besprechen, aber eines würden wir gern bald tun: ein Sprachmodell mit ungefähr der Fähigkeit von GPT-3 bauen, das lokal auf Consumer-Hardware läuft, und das veröffentlichen. Wir würden das gern bald machen, bevor Stability oder jemand anderes es tut. Generell glauben wir, dass das andere davon abhält, ähnlich starke Modelle zu veröffentlichen, und es neuen Vorhaben schwerer macht, an Finanzierung zu kommen.»

Lies den letzten Satz noch einmal. Ein offenes Modell zu veröffentlichen war hier kein Bekenntnis zu Offenheit. Es war ein strategisches Manöver — ein Werkzeug, um Wettbewerbern die Luft abzudrehen und ihnen den Zugang zu Kapital zu erschweren.

Warum das ausgerechnet jetzt zählt

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Genau in dieser Woche berichten Axios und andere, die Trump-Regierung erwäge auf Betreiben amerikanischer Frontier-Labore, chinesische Open-Weight-Modelle wie Kimi K3 zu verbieten. Und ein OpenAI-Stratege forderte offen, man solle regulatorische Angst vor offenen Modellen erzeugen.

Vier Jahre nach dieser Mail hat sich die Haltung also nicht wirklich geändert — nur die Richtung. 2022 sollte ein offenes Modell die Konkurrenz aushungern. 2026 soll ein Verbot offener Modelle dasselbe leisten. Das gemeinsame Muster: Offenheit ist ein Hebel im Wettbewerb, kein Selbstzweck.

Meine Einordnung

Ich will fair bleiben — eine intern diskutierte Idee von 2022 ist kein Urteil über die Firma von heute, und Menschen wie Organisationen ändern sich. Aber die Mail ist ein nützliches Korrektiv gegen zu einfache Erzählungen. Wenn Labore über «Sicherheit» oder «Verantwortung» im Zusammenhang mit offenen Modellen sprechen, lohnt sich die Frage, wessen Interesse gerade mitschwingt.

Für mich unterstreicht das nur, warum die aktuelle Open-Source-Debatte so aufgeladen ist. Es geht selten allein um Technik oder um Risiken. Es geht um Geschäftsmodelle — und darum, wer am Ende die Spielregeln schreibt. Diese Mail ist ein kleines Fenster in genau dieses Denken. Und sie ist ein guter Grund, bei den grossen Worten der Labore genau hinzuhören.


Quellen: